Die Geschmäcker sind verschieden.

Wann immer wir etwas zu uns nehmen, blühen unseren Geschmacksknospen. Je nach Geschmacksrichtung, die wir uns auf der Zunge zergehen lassen, werden unterschiedliche Sinneszellen aktiviert. So gelingt es uns, fünf verschiedene Grundgeschmacksrichtungen zu unterscheiden: süß, sauer, salzig, bitter, umami (herzhaft, würzig) – wobei aber erst das Zusammenspiel für die Vielfalt der möglichen Geschmacksempfindungen sorgt. Na, haben wir Dir Appetit auf mehr gemacht?

Wie stark unser Geschmackssinn mit unserem Wohlbefinden verbunden ist, kann man schon anhand unserer Sprache feststellen: Statt eine „bittere Miene“ zu machen, weil uns etwas „sauer aufstößt“, genießen wir doch viel lieber das „süße Nichtstun“. Allerdings sind unsere 2.000 bis 4.000 Geschmacksknospen ganz froh darüber, wenn sie etwas zu tun bekommen.

Hier sind alle zuständig

Anders als dabei lange angenommen, verteilen sich die fünf Grundgeschmacksrichtungen nicht auf unterschiedliche Bereiche unserer Zunge: Tatsächlich können süß, sauer, salzig, bitter und umami von allen Bereichen wahrgenommen werden – wobei sich an den Seiten der Zunge tendenziell mehr Geschmacksrezeptoren finden, als in der Mitte. Dabei spannend: 

Je nach individueller Gefühlslage, nehmen wir Geschmack anders wahr!

Der Einfluss von Frust oder Freude

Eine Studie der Universität Würzburg hat gezeigt, dass unser Geschmacksempfinden und damit auch unser Essverhalten wesentlich von unserem aktuellen Gemütszustand beeinflusst wird. Dazu bekamen die Versuchsteilnehmer Filmausschnitte mit lustigen, traurigen und neutralen Szenen gezeigt und sollten davor und danach Flüssigkeiten trinken und deren Geschmack – süß, sauer oder bitter – nach seiner Intensität bewerten. Darüber hinaus sollten Sie den Fettgehalt von Milch anhand des Geschmacks einschätzen.

Das Ergebnis: Eher negativ gestimmte Menschen konnten nach lustigen oder traurigen Szenen nicht mehr zwischen fettig und fettarm unterscheiden – was ihnen nach neutralen Szenen oder vor dem Anschauen der Clips sehr wohl gelang. Zudem beurteilten diese Personen bittere und süße Geschmacksproben als deutlich intensiver.

„Mit unseren Experimenten haben wir gezeigt, wie stark Emotionen unser Geschmacksempfinden und damit auch unser Essverhalten beeinflussen können.“


Petra Platte, Psychologin an der Universität Würzburg

Das bewusste Essen

Das aber der Geschmack nicht nur von Situation zu Situation und von Person zu Person variieren kann, zeigt sich, wenn wir unsere Nahrung bewusster zu uns nehmen. Das ist spannend, braucht aber natürlich auch etwas mehr Zeit und Muße beim Essen: Also kleinere Stücke abbeißen und dann langsam im Mund zerkauen – achtet dabei darauf, ob und wie sich der Geschmack dabei mit der Zeit verändert.

So bekommt Brot beispielsweise nach und nach eine süßliche Note, weil die darin enthaltene Stärke vom Speichel zersetzt wird.

Je öfter Ihr diese Übung wiederholt und je variantenreicher Ihr dabei die Nahrungsmittel auswählt, desto intensiver wird Eure geschmackliche Wahrnehmung.

Und wer auf der Suche nach wahren Geschmacksexplosionen ist, dem empfehlen wir unser leckeres Rezept – bei dem auch das Auge mitisst!

Voll im Trend: Lila Suppe

Mit dem Herbst kommt auch wieder die Zeit für leckere Suppen. Und tolle frische Zutaten bringen dabei einen echten Hingucker in den Teller: Mit unserem Rezept für eine lila Suppe überrascht Ihr dabei nicht nur den Sehsinn, sondern auch Eure Geschmacksknospen!

Lila Süßkartoffel-Suppe mit Speck (sechs Portionen)

Zutaten:Zubereitung:
Speck
ca. 450 ml Milch
½ kg lila Süßkartoffeln
1 Prise getrocknete Jalapeño
1 Schnittlauch
2 Knoblauchzehen
1 Zwiebel
Speck in einem Topf leicht anbraten.

Gehackte Zwiebel und Knoblauch zugeben und alles fünf Minuten weiter garen.

Jalapeño, Süßkartoffeln und Wasser zugeben. Nach Geschmack würzen.

Topf bedecken und etwa 25 Minuten kochen lassen, bis die Süßkartoffeln weich sind. Alles pürieren und die Milch zugeben.

Auf Teller verteilen und mit Schnittlauch und etwas gebratenem Speck garnieren.